Ein Film, der mir meine eigene Geschichte zeigt

Meine Tränen flossen unaufhörlich als mir der Film Journey from the Fall die Fluchtszenen auf dem Boot vorführte. Die Geschichten, die mir meine Mama immer erzählt hatte, wurden mit dramatischen Bildern untermalt. Das Unvorstellbare wurde plötzlich konkret und greifbar.  Ein Film, der mir meine eigene Geschichte zeigt weiterlesen

Mutters Haus – Eine Odysee durch Chinatown Teil 2

Fortsetzung von Mutters Haus – Eine Odysee durch Chinatown Teil 1

Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf dem Weg dorthin. Doch diesmal wussten wir exakt, wo das Haus meiner Mutter stand. Wir fanden schnell die Schule Nanhai, in der meine Mutter zur Schule ging, und genau daneben sollte die Gasse sein, wo meine Mutter einst lebte.

Die Gegend um die Schule erschien diesmal weniger vertraut. Es hingen auch keine chinesischen Sprüche mehr an den Wänden. Außerdem hörte ich niemand chinesisch reden. Ich fühlte mich im Gegensatz zum Vortag fremd und unbeholfen. Mutters Haus – Eine Odysee durch Chinatown Teil 2 weiterlesen

Mutters Haus – Eine Odysee durch Chinatown Teil 1

Tân Hàng 1 steht auf der alten übersetzten Geburtsurkunde meiner Mutter. Meine Tante sagte mir, dass es aber die Nummer 14 sei, doch so genau kann sie sich auch nicht erinnern. Die Straße war schwierig ausfindig zu machen. Google Maps fand die Straße nicht. Der Kartendienst von Apple war da schlauer und die von Openstreet Maps auch. Doch halt! Wieso sind überall andere Straßennamen angegeben und warum verlaufen die Straßen so unterschiedlich auf den verschieden Kartendiensten? Mutters Haus – Eine Odysee durch Chinatown Teil 1 weiterlesen

Qingming-Fest – In Gedenken an meinen Vater

Es brannte in der Nase und im Hals, als der dicke Rauch meine Lungen füllten. Je weiter man in den Tempel vordrang wurde der Qualm immer dichter und dichter. Am 5. April gedenken im Rahmen des Qingming-Fests viele Buddhisten den Verstorbenen. In diesem Tempel befindet sich die Urne meiner Großmutter und auch eine Tafel mit den Namen meines Vaters. Qingming-Fest – In Gedenken an meinen Vater weiterlesen

Tunnel von Củ Chi oder: Wie wir Opfer von Gehirnwäsche wurden

Es war alles wie ein surrealen Traum, als wir zu den Củ Chi Tunnel gingen. Es fing schon auf der Busfahrt dort hin an: Wir hatten einen Führer der uns die horrendesten Geschichten erzählte. In allen Facetten vermittelte er uns, wie im Krieg die Amerikaner getötet wurden. Dabei konnte er es aber nicht verkneifen alles – aber auch wirklich alles – mit einem makaberen Lachen zu unterstreichen. Zum Beispiel als er uns erzählte, wie jemand den Kopf abhackte und ihn in den Himmel hielt, meinte er nur „IS Style“ und zeigte dabei seine gelben losen Zähne und aus seiner Mundhöhle entwich das Gelächter eines schwul gewordenen Teufels auf Ecstasy. Tunnel von Củ Chi oder: Wie wir Opfer von Gehirnwäsche wurden weiterlesen

Das Grauen des Vietnamkrieges

Es ist schon Jahre her, seitdem ich mir die letzte Dokumentation über den Vietnamkrieg angesehen habe. Es ist jedes Mal kaum zu ertragen. Die furchtbaren Bilder zeigen den Grauen des kalten Krieges und die abgebildeten Menschen könnten meine Geschwistern sein…

Diesmal bin ich noch näher am Geschehen. Ich bin in Ho Chi Minh City, ehemals Saigon. Die Stadt, die Amerika versucht hat mit Bomben, Napalm und Dioxin vehement zu verteidigen und am Ende doch verlor. In der selben Stadt in der meine Eltern aufgewachsen sind und von ihr fliehen mussten. Das Grauen des Vietnamkrieges weiterlesen

Mein neues Zuhause mit ganz viel Familie

In Deutschland hatte ich bereits einmal mit ihr telefoniert: die Cousine meines Vaters. Von Ihr wusste ich nur, dass sie mit ihm regelmäßigen Briefkontakt hatte. Mein Vater hatte ihr versprochen, dass er es bald schaffen würde nach Vietnam zu kommen, um sie zu sehen, denn er war seit der Flucht nicht mehr in Vietnam gewesen. Doch er wird dieses versprechen nicht mehr einhalten können. Ich sah es als meine Aufgabe, an seiner Stelle hier her nach Vietnam zu kommen. Mein neues Zuhause mit ganz viel Familie weiterlesen

Das Frühlingsfest Têt

Es war unglaublich, als wir am Flughafen waren und auf die Menschenmasse antrafen, die auf ihre heimkehrenden Familienmitglieder warteten. Unzählbare Augenpaare starrten allesamt Richtung Ausgang des Flughafens. So muss sich ein Promi fühlen, dachten wir.. Es fehlte nur noch das Blitzgewitter.

Die ganze Stadt befand sich in Aufruhr, denn Têt war nicht mehr weit entfernt. Alle waren unterwegs, um die letzten Vorbereitung und Besorgnisse zu erledigen. Tempeln füllten sich, um den Ahnen zu gedenken. Riesige Blumenmärkte und Schlangen an den Essständen bildeten sich in der Stadt. Das Frühlingsfest Têt weiterlesen